Edito
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Ines Mahnke

Geschäftsführerin Lebenshifewerk Mölln-Hagenow

Liebe

Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde des Lebenshilfewerkes,

lassen wir das Jahr 2020 an uns vorbeiziehen, wird schnell deutlich, dass Corona das beherrschende Thema dieses Jahres war – und immer noch ist.

Viele Einschränkungen und negative Erfahrungen verbinden wir im privaten und beruflichen Kontext mit diesem Thema. Und doch war es für uns vor allem eine Zeit, in der wir sehr viele neue Erfahrungen sammeln konnten, bisherige Gewohnheiten und Arbeitsabläufe besonders wertzuschätzen lernten oder sie auch einmal kritisch hinterfragten. Und in einigen Fällen haben wir sie auch neu bewertet.

Bereits vor der Pandemie war mir klar, dass wir im LHW-Verbund alle gemeinsam ein außerordentlich starkes Team sind. Doch als uns durch die Corona-Pandemie ein hohes Maß an Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit sowie Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit abverlangt wurde, wurde mir noch einmal vor Augen geführt, wie wertvoll ein starkes Team ist und was es in schwierigen Zeiten erreichen kann.

Wir konnten es beispielsweise möglich machen, dass trotz schwieriger Ausgangslage allen BewohnerInnen, Beschäftigten und NutzerInnen unserer Angebote verhältnismäßig schnell ein Impfangebot unterbreitet werden konnte und sie die Impftermine direkt vor Ort in ihrer Einrichtung wahrnehmen konnten. Was für ein Erfolg!

Darüber hinaus konnten wir als starkes Team neue und verschiedene Wege des digitalen Lebens und Arbeitens kennenlernen und auf diese Art und Weise nicht nur verbunden bleiben, sondern auch unsere Kompetenzen in diesem Bereich ausbauen. Und das Beste daran: Unsere MitarbeiterInnen geben diese neuen Kompetenzen im Rahmen von verschiedensten Projekten an die NutzerInnen unserer Angebote in unseren Fachbereichen weiter – ein absoluter Mehrwert!

Auch konnten wir trotz mehrfachen Lockdowns mit viel Energie, Kreativität und Motivation die Angebote für die Beschäftigten, BewohnerInnen, NutzerInnen und betreuten Kinder aufrechterhalten. Es wurden etwa neue Orte ganz in der Nähe auf Spaziergängen entdeckt und bislang unbekannte Fähigkeiten bei einer intensiveren Begleitung im Alltag gefördert.

Dieser Gewinn an Kompetenzen, Erfahrungen und Fähigkeiten und vor allem die Gewissheit, in einem außerordentlich starken Team zu arbeiten, welches auch in einer schwierigen Zeit fest zusammenhält und ihr so trotzen kann, nehmen wir mit und freuen uns auf eine aufregende, innovative und optimistische Zukunft!

Ihre Ines Mahnke
Geschäftsführerin

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Teil 1

Interview
Frau Mahnke
und Frau Zeh

Interview Iris Mahnke, Annett Zeh

Interview mit Annett Zeh und Ines Mahnke

Annett Zeh und Ines Mahnke im Gespräch über die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Menschen.

Frau Zeh, Sie sind Psychologin und arbeiten als Aufsichtsperson bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Können Sie uns kurz erklären, was Sie dort tun?

Annett Zeh Die BGW ist ein Zweig der gesetzlichen Unfallversicherung, die wiederum ein Zweig der gesetzlichen Sozialversicherung ist. Dazu gehören auch die Arbeitslosenversicherung und die Krankenversicherung. Ich selbst arbeite seit 1996 bei der BGW, habe dort im Bereich Forschung und Entwicklung angefangen und schwerpunktmäßig zu Stressmanagement, psychischer Belastung und Gewalt gearbeitet. 2011 habe ich mich als Aufsichtsperson beworben, die zweieinhalbjährige Ausbildung absolviert und bin seitdem im Außendienst. Ich berate, begleite und überprüfe also Unternehmen. Dazu gehört auch das Lebenshilfewerk, mit dem ich bereits viele Projekte anpacken konnte.

Frau Mahnke, Frau Zeh, wie haben Sie den Anfang der Pandemie wahrgenommen? Wie sahen die ersten Tage und Wochen bei Ihnen aus?

Ines Mahnke Zum Jahreswechsel schien alles noch sehr weit weg zu sein. Dann waren plötzlich Österreich und Italien in den Schlagzeilen – und als das Virus erstmals in Deutschland nachgewiesen wurde, war ich wirklich in Sorge. Ich hatte keine Vorstellung davon, was Corona mit einem Unternehmen wie dem unseren machen würde Zum Glück sind wir jedoch gut vernetzt, haben hervorragende Dachverbände. Das Diakonische Werk in Mecklenburg- Vorpommern hat schon am 10. März ein Mitgliederrundschreiben Corona-Pandemie verschickt, in dem es über die Lage informiert hat. Am 11. März habe ich unseren eigenen Krisenstab gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war klar: Diese Pandemie wird über einen gewissen Zeitraum unser Leben bestimmen. Es herrschte eine ganze Menge Sorge und Ungläubigkeit bei uns und bei allen MitarbeiterInnen. Natürlich auch in Bezug auf den Schutz aller Menschen im Lebenshilfewerk-Verbund.

Annett Zeh Zu Beginn der Pandemie haben sich natürlich viele Unternehmen an uns gewandt und nach Informationen gefragt. Aber auch meine KollegInnen und ich waren ganz am Anfang noch nicht rundum informiert – und die geltenden Richtlinien veränderten sich ständig. Wir mussten sehr schnell definieren, was richtig und was falsch ist, und dies kommunizieren. Dafür gab es auch bei uns einen eigenen Krisenstab, der sich regelmäßig getroffen und für die Mitgliedsbetriebe Branchenstandards entwickelt hat. Am wichtigsten war es, Infektionsketten zu unterbrechen. Und das gelingt eben am besten durch die berühmten AHAL-Regeln, also Abstand halten, Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen und lüften. Nebenher musste ich mich – so wie viele andere – auf viele neue Anforderungen einstellen. Es bedeutete zum Beispiel den Wechsel vom Büro ins Homeoffice und die Einschränkung, Eltern und Freunde nicht mehr zu sehen. Auch zwischenmenschlich veränderte sich einiges – es gab mehr Misstrauen und Distanz. Deshalb war es so wohltuend, dass Sie, Frau Mahnke, ein Verbundenheitszeichen gesetzt haben und auch mir, die ich von einer Behörde komme, ein Verbunden bleiben- Armband geschickt haben. Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil es für etwas steht, das uns in dieser Zeit etwas abhandengekommen ist: die zwischenmenschliche Nähe und Zugewandtheit.

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Teil 2

Viele Einrichtungen im Lebenshilfewerk konnten nicht in gewohnter Weise geöffnet bleiben, die betroffenen Menschen mussten entweder zu Hause bleiben oder erhielten eine Notbetreuung. Wie sind Sie mit dieser Ausnahmesituation umgegangen?

Ines Mahnke Wir hatten Vorgaben und innerhalb dieser haben wir Strategien erarbeitet. Ganz oben stand immer: Ruhe bewahren und nicht in Hektik und Panik verfallen. Es war wichtig, dass gerade die Führungsebene Sicherheit vermittelt – auch wenn wir nicht immer wussten, was am nächsten Tag auf uns zukommen würde. Außerdem haben wir immer wieder kommuniziert, dass die Maßnahmen dem Schutz aller Menschen im Lebenshilfewerk dienen. Wir sind den Anordnungen gefolgt – ruhig und mit gesundem Menschenverstand. Über allem stand die Bemühung, verbunden zu bleiben – nach innen wie nach außen. Um in Kontakt zu bleiben, haben wir Briefe geschrieben, telefoniert, kleine Aufmerksamkeiten verschickt und vieles mehr. Die wöchentlichen Runden mit dem Pandemiestab und den Leitungen unserer Einrichtungen waren ebenfalls eine Routine, die viel Sicherheit gegeben hat. Alle konnten hier ihre Fragen loswerden und Verbesserungsvorschläge machen. Wir standen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Denn Führung in einer Zeit der Unsicherheit ist besonders herausfordernd. Auch Führungskräfte brauchen Orientierung und Unterstützung. Letztlich sind wir so bis heute mit wenigen Blessuren durch die Pandemie gekommen: mit Ruhe, Achtsamkeit, Besonnenheit und Einhaltung der AHAL-Regeln. Wir waren von Anfang an sehr darauf bedacht, die Menschen so gut wie irgend möglich auszustatten. Das fängt mit ausreichend Masken und Desinfektionsmitteln an und geht beispielsweise mit Tablets und gutem Homeoffice-Equipment weiter. Leider hatten wir trotz aller Vorsicht Infizierte, und wir haben auch eine ältere Dame verloren, die an Corona verstorben ist. Das ist sehr traurig. Worauf ich mich aber jederzeit verlassen konnte, waren die MitarbeiterInnen des Lebenshilfewerks. Ihre Einsatzbereitschaft hat mich tief berührt. In einer unserer Wohngruppen wurden acht von zwölf BewohnerInnen positiv getestet. Natürlich mussten alle zwölf in Quarantäne – und dann ist auch noch eine der MitarbeiterInnen erkrankt, es fehlte also Personal. Tatsächlich haben sich dann KollegInnen freiwillig gemeldet, um unter Vollschutzbedingungen in der betroffenen Wohngruppe zu arbeiten. Dieser Einsatz ist enorm und keineswegs selbstverständlich.

Wie sah in dieser Zeit die Zusammenarbeit zwischen der BGW und dem LHW aus?

Ines Mahnke Es gab gemeinsam mit der BGW zunächst eine Gefährdungsbeurteilung für alle Einrichtungen und Arbeitsplätze. Es wurde also definiert, welche Einrichtung, welcher Arbeitsplatz, welche/-r Mitarbeitende wie stark gefährdet ist und wie sich diese Gefährdungen minimieren lassen. Außerdem haben wir ein Beratungsangebot genutzt, das die Berufsgenossenschaft im Rahmen der Pandemie ins Leben gerufen hat. Alle MitarbeiterInnen konnten bei der BGW anrufen.

Annett Zeh ist Diplom-Psychologin mit den Schwerpunkten Arbeits- und Organisationspsychologie sowie klinische Psychologie. Seit 1996 ist sie bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) tätig. Seit 2011 berät, begleitet und überwacht sie als Aufsichtsperson und Expertin für arbeitsbedingte psychische Belastungen die Mitgliedsbetriebe – unter anderem auch das Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow – im Hinblick auf die Prävention von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren.

Annett Zeh

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
Kurz-Portrait Annett Zeh

Annett Zeh Die Gefährdungsbeurteilung ist die Aufgabe jeder Einrichtung, die bei der gesetzlichen Unfallversicherung versichert ist. Darüber hinaus geht es aber auch darum, bei Schlüsselqualifikationen zu unterstützen. Es braucht in einer Krise Führungsqualitäten – dazu gehören klare Ansagen, aber auch Handlungsspielräume. Vieles ist dabei eine Frage der Kommunikation und Agilität. Das sind wichtige Fähigkeiten, die es braucht, um einen Betrieb in einer Krise gut über die Runden zu bringen. Wir hatten in der Corona-Zeit viele Anrufe von Führungskräften, die unter enormem Druck standen. Druck verursacht Stress und Stress erhöht den Druck weiter. Dieser wird in der Hilflosigkeit oft nach unten weitergegeben, was die Situation verhärtet und nicht besser macht. Daher hat die BGW Coachings angeboten, die sich unter anderem auch an Führungskräfte richteten. Doch auch ohne Führungsverantwortung liegt viel Verantwortung und Sorge auf den Schultern der Menschen. Wie geht man damit um, wenn ein Mensch, der in meiner Obhut war, erkrankt oder sogar verstirbt? Ängste und Schuldgefühle zu bewältigen, gehörte für viele zu den größten Herausforderungen. Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass unsere Zusammenarbeit in der Zeit der Pandemie enger geworden ist und wir auch Themen wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement, das bereits vor der Corona-Zeit initiiert worden ist, jetzt konsequenter vorantreiben.

Ines Mahnke Ich kann mich erinnern: Frau Zeh hat mich einmal angerufen und einfach gefragt, wie es mir geht. Das fand ich großartig. Das hat mir unheimlich gutgetan.

Annett Zeh Ich habe den allerhöchsten Respekt vor allen Unternehmen, die ich betreue. Die müssen so viel wissen und so viel beachten. Als Aufsichtsperson ist es unter anderem mein Job zu prüfen, ob alles richtig dokumentiert ist. Ich weiß jedoch, dass die Dokumentation – so wichtig sie auch ist – eine große Belastung für viele Häuser ist. Mein Bestreben ist, diese zusätzliche Arbeit so zu gestalten, dass sie auch schaffbar ist, und Unterstützung zu leisten, so gut ich kann.

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Teil 3

Ines Mahnke ist Geschäftsführerin des Lebenshilfewerks Mölln- Hagenow. Die studierte Logistikerin begann nach dem Mauerfall mit dem Aufbau einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Nach der Gründung des Lebenshilfewerks Hagenow arbeitete sie dort zunächst als Gruppen- und ab 1994 als Werkstattleiterin. 2010 übernahm sie die Leitung des Fachbereichs Arbeit und berufliche Bildung und gestaltete die Zukunft des Lebenshilfewerks maßgeblich mit. 2017 übernahm Ines Mahnke die Geschäftsführung des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow.

Ines Mahnke

Geschäftsführerin Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow
Kurz-Portrait Ines Mahnke

Wie verhält es sich denn aktuell? Ist die Lage insgesamt etwas entspannter?

Ines Mahnke Ja, es ist ein bisschen entspannter, aber Vorsicht ist weiterhin geboten. Zum Glück ist gerade Sommer – da haben wir ohnehin gewisse Betriebsschließungen aufgrund der Urlaubszeit, und vieles kann draußen stattfinden. Für manche ist das noch sehr unwirklich nach der langen Zeit der Isolation. Es gab allerdings auch Menschen, die in der Corona-Zeit regelrecht aufgeblüht sind. Es ging ja insgesamt ruhiger und gelassener zu, es gab weniger Reibungspunkte. Menschen, die beispielsweise auf dem Autismusspektrum sind, gerieten mehr ins Blickfeld und profitierten von der entspannteren Atmosphäre. Daraus sollten wir lernen und auch in Zukunft Angebote schaffen, die der Persönlichkeit dieser Menschen mehr entsprechen.

Das ist ein Trend, der sich in der Arbeitswelt grundsätzlich beobachten lässt: Wie können Menschen ihrer Persönlichkeit entsprechend gefördert werden und ihren Arbeitsalltag gestalten? Richtig?

Annett Zeh Das hat auch etwas mit Besinnlichkeit zu tun. Die Stressoren kommen häufig von außen. Vor Corona hieß es oft, dass sich das Rad zu schnell dreht, dass zu viele Impulse zu schnell auf uns einprasseln. Man kam nicht dazu, Luft zu holen, innezuhalten und zu überlegen, wie man als Person eigentlich seinen Weg oder seine Arbeit gestalten will. Das sind Lerneffekte, die wir uns allen zugestehen müssen.

Ein Projekt, das dieses Thema berührt, ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Seit wann beschäftigen Sie sich im Lebenshilfewerk mit dem Thema?

Ines Mahnke Wir haben bereits 2019 im Zuge der Fachkräftegewinnung über das Thema gesprochen und uns erstmals mit Profis ausgetauscht – auch mit der BGW. Mir ist dabei erst die Dimension des Ganzen klar geworden, aber ich war von dem Konzept und seinem Potenzial begeistert. Daraufhin habe ich den Arbeitskreis „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ ins Leben gerufen. Corona hat den Prozess zeitweise ein bisschen verlangsamt – aber jetzt geht es richtig los!

Annett Zeh Im Prinzip geht es beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement darum, Gesundheit ganzheitlich zu verstehen. Gesundheit besteht aus vielen Faktoren – nicht nur aus fehlenden Rückenschmerzen und einem Obstkorb auf dem Tresen. Man muss sich zum Beispiel die Kommunikationskultur in einem Unternehmen ebenso ansehen wie die berufliche Zufriedenheit oder die psychische Gesundheit. Zu Letzterem gehören Faktoren wie emotionale Inanspruchnahme, Verantwortung, Qualifikation oder Rücksichtnahme darauf, dass Menschen älter werden und vielleicht neue Apps oder Programme nicht so schnell lernen wie die jüngere Generation. Im Betrieb sorgen gewisse Grundpfeiler für Stabilität und fördern die psychische Gesundheit, das ist durch die Forschung bestätigt: klare Strukturen, Transparenz und Handlungsspielräume. Regeln zu folgen, die im Einzelfall keinen Sinn ergeben, führt zu Ärger, Anspannung und Stress. Heutzutage geht es nicht mehr nur um den Feuerlöscher, der an der richtigen Stelle hängen muss. Es geht um viel mehr – um Arbeitsmittel, um Strukturen, um Kommunikation. Beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement versucht man, Strukturen und Maßnahmen zu implementieren, die den MitarbeiterInnen auf all diesen Ebenen helfen, gesund zu bleiben oder gesünder zu werden. Dabei beginnt man mit einer Analyse des Status quo – und genau vor dieser Analysephase steht jetzt das Lebenshilfewerk. Wie das Thema hier angepackt wird, ist wirklich beeindruckend. Es macht viel Spaß, bedeutet aber auch eine Menge Aufwand. Jetzt ist aber genau der richtige Moment!

Ist das Lebenshilfewerk in dieser Hinsicht ein einzelnes Positivbeispiel oder sehen Sie diese Verankerung von Gesundheitsbewusstsein auch in anderen Unternehmen, die Sie begleiten?

Annett Zeh Ja, ich sehe durchaus einen bewussteren Umgang mit dem Thema Gesundheit im Betrieb: Zum Beispiel haben FriseurInnen realisiert, dass die Hygienemaßnahmen in der Pandemie dazu geführt haben, dass sie insgesamt weniger Ausfälle haben, weil ihre MitarbeiterInnen seltener krank sind. Dass Unternehmen allerdings wirklich den ganzen Prozess im Blick haben – so wie das Lebenshilfewerk –, das ist meiner Erfahrung nach noch nicht sehr häufig. Eine Nachbereitung der Pandemie-Zeit halte ich aber für alle Betriebe für sinnvoll: Was habe ich während der Pandemie über unseren Arbeitsalltag, über mich und über meine MitarbeiterInnen gelernt? Es ist eine ganz große Kunst, im anspruchsvollen Arbeitsalltag diese Achtsamkeit unterzubringen. Aber es lohnt sich sehr.

Daten &
Fakten

Was hat sich durch Corona verändert?

Spektrum 2020 Daten & Fakten
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