Kenn
zahlen
2021

Kennzahlen

+3
neue Beschäftigte durften die Ratzeburger Werkstätten verzeichnen
Beschäftigte waren insgesamt in allen Werkstätten beschäftigt
869
22+
neue Beschäftigte gab es in 2021 in dem Näh-Atelier und der Näh-Werkstatt in Hagenow

Hierauf sind
wir stolz

Hierauf sind wir stolz:
Führerschein Klasse B:
„Auto fahren ist für mich ein Stück Freiheit“

Sabrina Neuroth arbeitet seit 2017 im Metallbereich der Geesthachter Werkstätten. Den Wunsch, am Steuer zu sitzen, hat sie aber schon viel länger. „Ich war schon als Kind gerne mit dem Auto oder Bus unterwegs, habe „Auto fahren“ gespielt“, erzählt sie.

Sie mag es einfach, draußen unterwegs zu sein. Deswegen hat Sabrina Neuroth nicht lange nach ihrem Start beim Lebenshilfewerk begonnen, neben ihrer Arbeit mit Metall mit einem Kollegen gemeinsam Essen auszufahren. Bis 2021 war sie nur Beifahrerin. Aber das war ihr auf Dauer zu wenig.

Zusammen mit Oliver Penns von den Geesthachter Werkstätten hat sie daher das Projekt Führerschein in Angriff genommen. Nach Feierabend saß sie gemeinsam mit anderen Beschäftigten der Werkstatt zusammen. Mit Oliver Penns haben sie für die Theorieprüfung gelernt, haben immer wieder die Fragebögen durchgenommen und die Ergebnisse besprochen. Die Starthilfe seitens des Mitarbeiters vom Lebenshilfewerk beinhaltete auch Fahrtraining auf dem Übungsplatz. Im Laufe der Zeit merkte die Führerscheinanwärterin aber, dass sie sich eigenständig vorbereiten möchte. „Ich wollte das ganz alleine, ohne Hilfe, schaffen“, sagt sie.

Theorieprüfung fehlerfrei bestanden

Schließlich hatte sie ihr Ziel, den eigenen Führerschein, immer klar vor Augen. Daran konnte auch der Ausbruch von Corona und die damit verbundene zeitliche Verzögerung nichts ändern. Im März 2021 bestand sie beim ersten Versuch die Theorieprüfung. „Mit null Fehlerpunkten“, berichtet Sabrina Neuroth stolz. Im Juli folgte die erste praktische Fahrprüfung, bei der es leider nicht auf Anhieb klappte. Aber für Sabrina Neuroth war das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Beim zweiten Versuch hat es dann geklappt: Am 17. August 2021 hielt sie überglücklich ihren Führerschein in den Händen. „Ich habe mich so gefreut, dass mir die Tränen kamen“, erinnert sie sich.

Seitdem ist sie nicht mehr Beifahrerin, sondern fährt selbst das Essen aus. Morgens gegen 9 Uhr fährt sie los, holt aus den Werkstätten die Töpfe vom Vortag. Erst zum Heuweg, dann zum Tempelhofer Weg, dann in die Charlottenburger Straße. Manchmal geht es auch zum Kindergarten in Mölln, wenn sie dort gebraucht wird. Dann holt sie das Essen und verteilt es auf die Standorte.

Mehr Abwechslung durch zwei Jobs

Durch die zweite Tätigkeit als Fahrerin hat sie jeden Tag Abwechslung: Einen halben Tag fährt sie Essen aus, die andere Hälfte des Tages arbeitet sie in der Werkstatt. „Außerdem fahren wir immer wieder verschiedene Strecken, je nach Verkehrslage. Das bringt zusätzlich Abwechslung“, erzählt sie. „Für mich ist Autofahren auch einfach ein Stück Freiheit.“

Dieses Stück Freiheit wollte Sabrina Neuroth auch in ihre private Zeit holen, darum hatte sie sich kurz nach dem Führerschein ein eigenes, gebrauchtes Auto gekauft. Leider stellte sich das Auto aber kurze Zeit später als Schrottkiste heraus. „Das war hart, aber ich habe auf alle Fälle daraus gelernt“, sagt Sabrina Neuroth. Bis zum nächsten eigenen Auto kann es jetzt ein bisschen dauern, denn der Führerschein war nicht das letzte große Ziel. Die motivierte Fahrerin möchte die Werkstatt wechseln und gerne nach Hamm / Westfalen ziehen, da sie dort eine gute Bekannte hat.

Ihr großer Wunsch ist es, auf dem ersten Arbeitsmarkt in einer Tätigkeit im Bereich Fahrdienst einen Job zu finden. Das ist aktuell gar nicht so leicht. Aber wenn sie eines gelernt hat, dann das: Es lohnt sich hartnäckig zu sein und dranzubleiben!

Außerdem Passiert:
Neues von der Arbeit-Pinnwand

Arbeit und
Digitalisierung

Das Stichwort Digitalisierung stößt nicht bei allen Menschen sofort auf Begeisterung. Aber gerade in Zeiten von Corona waren digitale Möglichkeiten ein Segen für das Miteinander auf Abstand. Das Lebenshilfewerk hat die Chance genutzt, auf digitalem Wege Kontakt zu halten und nahbar zu bleiben.

Unsere Erfolgsstory:
Gemeinsam digital verbunden

In Corona-Zeiten hieß es auch für die Geesthachter Werkstätten und die Schülerinnen und Schüler der Hachede Schule Abstand halten und trotzdem in Kontakt bleiben.

Wie hat das funktioniert? Die Lehrer und Lehrerinnen haben die Wünsche und Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen aufgegriffen: Wo darf ich ein Praktikum machen, welche Arbeitsbereiche gibt es und was erwartet mich da? Um diese Fragen beantworten zu können, wurden Fotos in den einzelnen Arbeitsbereichen und Arbeitsaufträgen in den Geesthachter Werkstätten gemacht und an die Lehrer und Lehrerinnen verschickt. Diese Fotos waren dann Inhalt vom Unterricht. Außerdem haben die Schüler und Schülerinnen der Hachede Schule Fragen formuliert und diese wurden von ehemaligen Schülern und Schülerinnen, jetzigen Teilnehmenden der beruflichen Bildung in einer Video-Konferenz beantwortet.

Darüber hinaus ermöglichte die digitale Werkstattführung einen direkten Einblick auf Abstand. An verschiedenen Terminen fand in den Geesthachter Werkstätten im Heuweg eine digitale Werkstattführung statt. Mit einem iPad ging es per Video- Konferenz durch die Werkstatt. Dabei konnten die Schüler und Schülerinnen die einzelnen Arbeitsbereiche und Aufträge kennenlernen.

Manchmal gab es dabei kleinere technische Probleme. Dennoch war die Freude und Überraschung riesig, wenn Schüler und Schülerinnen und Beschäftigte sich gegenseitig am Bildschirm wieder erkannt haben. Beschäftigte und Teilnehmende der beruflichen Bildung waren begeistert, ihre Arbeitsaufträge zeigen zu können und die Schüler und Schülerinnen fanden es toll, einen Eindruck zu bekommen, wenn auch nur am Bildschirm. Die Geesthachter Werkstätten nahmen auch an der Abschlussfeier der Hachede Schule digital teil.

Trotz der wunderbaren digitalen Möglichkeiten freuten sich natürlich alle darüber, dass später auch wieder persönliche Kontakte möglich wurden.